Auftraggeber: Emschergenossenschaft, 2005-2008
In den Poldergebieten der Emscher liegen relativ hohe Grundwasserstände vor. Dass diese bisher keine wesentlichen Probleme wie feuchte Keller usw. bereitet haben, liegt u.a. an den Undichtigkeiten der vorhandenen Kanalisationen. Durch die Sanierung der Kanalisationen werden deren Undichtigkeiten beseitigt. Auch die Hausdränagen werden künftig nicht mehr in die Kanalisationen entwässern können, wenn die Fremdwassermenge reduziert werden soll. Die Lösung kann darin bestehen, für die Bewirtschaftung des Grundwassers ein eigenes, von der Mischkanalisation unabhängiges Vorflutsystem aus Dränagen und Ableitungen zu schaffen. Es bietet sich an, dieses auch für die Bewirtschaftung des anfallenden Regenwassers im Sinne eines „Trennsystems“ zu nutzen. Dabei soll es sich allerdings nur um die Ableitung der bei einer dezentralen Bewirtschaftung anfallenden gedrosselten Abflüsse handeln, also um die Abflüsse, die nach Ausschöpfung der Versickerungs- und Speicherungsmöglichkeiten abgeleitet werden müssen, um einen Anstieg des Grundwassers und die davon ausgehenden Schäden zu vermeiden. Man kommt damit zur Konzeption eines kombinierten Drainage-Versickerungs-Systems, im Folgenden kurz mit DVS bezeichnet. Die Anforderungen an das System, sowohl Grundwasser und Regenwasser zu bewirtschaften, stellt bei der Bemessung der Anlagen modelltechnisches Neuland dar. Neben der Bemessung der Anlagen zur Aufnahme des Regenwassers muss die Drainagewirkung der Anlagen nachgewiesen werden. Hierfür ist eine iterative Bearbeitung von 2 Modellen erforderlich (Grundwassermodell/Niederschlags-Abfluss-Modell).Es werden mehrwöchige bis mehrmonatige Versickerungsereignisse instationär nachgerechnet. Die Eingangsdaten des Grundwassermodells und des STORM Modells werden angepasst. Hierzu werden die gleichen Niederschlagsdaten wie bei der Dränagebemessung verwandt. |
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![]() Abb. oben: Projektgebiet einschließlich Laurentiusschule (Abkopplung von 0,5 ha) |
![]() Abb. unten: Prinzip des DVS: Versickerung im Sommer (tiefe Grundwasserabstände); Grundwasserbewirtschaftung im Winter (hohe Grundwasserabstände) |




