Diplom Ökonom Perry Schlottmann, Mitwirkender unseres UBA-Projektes „Konzept bundeseinheitlicher Anforderungen für die Regenwasserbewirtschaftung“ (vgl. Umweltbundesamt - Aktuelles ) hat im Fachbereich „Wirtschaft & Management“ der Technischen Universität Berlin promoviert mit dem Thema
Konzeption eines systemischen Nachhaltigkeitsmanagements
Eine multikriterielle Analyse der Vulnerabilität
der deutschen Regenwasserwirtschaft
Dem interdisziplinär lautenden Thema mit seinem Schwerpunkt im Bereich der Wirtschaftswissenschaften folgend besteht die Dissertationsschrift hinsichtlich der begrifflichen Herleitungen und der theoretischen Konzeption eines systemischen Nachhaltigkeitsmanagements überwiegend aus wirtschaftswissenschaftlichen Betrachtungen.
Der Doktorand wendet das von ihm theoretisch begründete Nachhaltigkeitsmanagement auf die Regenwasserbewirtschaftung der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland an und zwar in einer Gegenüberstellung der gegenwärtig dominierenden Verfahren, die dem Prinzip der möglichst vollständigen Ableitung des Regenwassers folgen und dem alternativen Konzept der dezentralen Bewirtschaftung, das zwar dem heutigen Stand der Technik entspricht, aber bisher nur wenig angewendet wird. Er bezieht sich dabei im Wesentlichen auf zwei vom Umweltbundesamt geförderte Forschungsprojekte, an denen er unter der Federführung des Rezensenten mitgearbeitet hat.
Es besteht unter den maßgebenden Fachvertretern Konsens, dass die dominante und allgemein verbindliche Zielgröße der künftigen Regenwasserbewirtschaftung für den jeweils betrachteten Bereich der Siedlungs- und Verkehrsflächen die mittlere jährliche Wasserbilanz sein soll, also die Verteilung der auf das Gebiet entfallenden mittleren jährlichen Niederschläge auf die Komponenten Direktabfluss, Grundwasserneubildung und Verdunstung. Entsprechend stellt der Doktorand diese Zielgröße auch in den Mittelpunkt seiner Vergleichsbetrachtungen.
Kernstück der Vergleichsbetrachtungen ist die Auswertung einer Fragebogenaktion, bei der gleichgewichtet Fachleute aus den Bereichen Hochschulen, Behörden und der Ingenieur-praxis angefragt wurden (Rücklaufquote ca. 50 % von insgesamt 62 Befragten). In Anbetracht der bisher in der Praxis noch eingeschränkten – flächendeckenden - Anwendung des dezentralen Prinzips wurde bei der Auswahl der Akteure nur solche berücksichtigt, denen die notwendigen Vorkenntnisse zu unterstellen waren.
Der Doktorand hat zur inhaltlichen Vorbereitung des Fragebogens und vor allem zu seiner Auswertung umfangreiche theoretische Betrachtungen angestellt. Er wählt schließlich das NAIADE-Modell von Munda zur Ergebnisauswertung aus. Die detaillierten Ergebnisse sind durch die Auswertung dahingehend zusammenzufassen, dass die Befragten bis auf wenige Ausnahmen dem Paradigma des Erhalts bzw. der Wiederherstellung der natürlichen Wasserbilanz (des unbebauten Zustandes) und dem dazu notwendigen technischen Systemwechsel entweder voll oder doch überwiegend zustimmen.
Die Arbeit liegt auf dem Grenzgebiet der Wirtschaftswissenschaften und der Siedlungswasserwirtschaft und hat ihren Schwerpunkt im Bereich der theoretischen Wirtschaftswissenschaften. Wenn dabei der siedlungswasserwirtschaftliche Teil auch eine eher untergeordnete Rolle spielt, so können doch die theoretischen Grundlagen des Nachhaltigkeitsmanagement auch für Siedlungswasserwirtschaftler fachübergreifend interessant sein.
Dissertation an der Fakultät IV - Wirtschaft & Management - der Technischen Universität Berlin zur Erlangung des akademischem Grades - Dr. rer. oec.
Hauptreferent: Prof. Dr. G. Meran, TU Berlin
Korreferent: Prof. Dr. F. Sieker, Univ. Hannover
Die Arbeit ist in Buchform im Verlag mbv , Berlin, 2009, erschienen
( ISBN-13: 978-3-86664-615-5)
Rezensent: Prof. Dr. F. Sieker
| Mitglied | Diskussion |
|---|




