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Sandfilter
Prinzip
Sandfilter werden seit langem erfolgreich in
der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt [GROMBACH, 1993]. Unterschieden werden
Langsamfilter mit Filtergeschwindigkeiten von vf = 0,05-0,2 m/h und
Schnellfilter. Letztere werden als offene Schnellfilter (vf <7 m/h) oder
geschlossen unter Druck mit Filtergeschwindigkeiten von 10-20 m/h betrieben [DAMRATH,
1992]. Es sind sowohl Einschicht- als auch Mehrschichtfilter in Gebrauch. In den
USA und Australien bestehen Erfahrungen mit dem Einsatz von Sandfiltern zur
Regenwasserbehandlung [URBONAS, 1999]. In der Regel kommen Langsamfilter zum
Einsatz. Es gibt aber auch Beispiele für den Einsatz von Schnellfiltern. Obwohl
meist ein Rückhaltebecken zur Vergleichmäßigung des Zuflusses vorgeschaltet
wird, erfolgt die Beschickung des Sandfilters im Gegensatz zum Einsatz in der
Trinkwasseraufbereitung intermittierend. Mit der Zeit wird die Durchlässigkeit
eines Filters durch die zurückgehaltenen Partikel vermindert. Schnellfilter
werden deshalb regelmäßig gespült. Bei Langsamfiltern ist es dagegen üblich
nach einer gewissen Zeit die oberste Schicht des Filtermaterials abzuschälen
betrieben [DAMRATH, 1992]. Über den Einsatz von Sandfiltern in Kombination mit
Flotation und UV-Bestrahlung berichten LAINE et. al. [1998]. In einer
Versuchsanlage konnten sehr hohe Wirkungsgrade (>90% bzgl. AFS und CSB)
erzielt werden, allerdings mit hohem technischen Aufwand.
Wasserwirtschaftliche Auswirkungen
Folgende Tabelle stellt die Ergebnisse
zahlreicher Messungen an amerikanischen Anlagen zusammenfassend dar [URBONAS,
1999]. Die Reinigungsleistung schwankt für die verschiedenen
Stoffparameter, wie bei den meisten anderen Verfahren auch. Interessant
ist, das Reinigungsverhalten gegenüber Kupfer und Zink. Während bei
Regenklärbecken das Reinigungsvermögen gegenüber Kupfer deutlich besser
ist als gegenüber Zink, ist es beim Sandfilter umgekehrt.
Tab.: Gemessene Reinigungsleistungen von
Sandfiltern [URBONAS, 1999]
|
|
Zufluss |
Abfluss |
Wirkungsgrad |
|
Parameter |
Min. |
Max. |
Mitt. |
Min. |
Max. |
Mitt. |
Min. |
Max. |
Mitt. |
|
|
[mg/l] |
[mg/l] |
[mg/l] |
[mg/l] |
[mg/l] |
[mg/l] |
[%] |
[%] |
[%] |
|
AFS |
12 |
884 |
160 |
4 |
40 |
16 |
8 |
96 |
80-94 |
|
Pges |
0,05 |
1,40 |
0,52 |
0,035 |
0,14 |
0,11 |
5 |
92 |
50-75 |
|
Nges |
2,4 |
30,0 |
8,0 |
1,6 |
8,2 |
3,8 |
(-130) |
84 |
30-50 |
|
TKN |
0,4 |
28,0 |
3,8 |
0,2 |
2,9 |
1,1 |
0 |
90 |
60-75 |
|
Kupfer |
0,030 |
0,135 |
0,060 |
0,016 |
0,035 |
0,025 |
0 |
71 |
20-40 |
|
Zink |
0,040 |
0,890 |
0,200 |
0,008 |
0,059 |
0,033 |
50 |
98 |
80-90 |
Herstellungskosten
Wie der Flächenbedarf hängen die
Herstellungskosten entscheidend von der vorgeschalteten Retention ab. Für
das o.a. Beispiel (5 l/(s ha), 75 mm/h), einem umbauten Raum von 1,5 m³
pro m² Filterfläche und spez. Kosten von 500 EUR/m³ ergeben sich
flächenspezifische Kosten von 18 EUR/m²red. Hinzu kommen die Kosten für
das Rückhaltevolumen.
Betriebskosten
Sandfilter haben einen nicht
unerheblichen Betriebsaufwand. Um die hydraulische Leistungsfähigkeit und
die Reinigungsleistung des Filters aufrecht zu erhalten, ist ein
regelmäßiges Abschälen der oberen Schichten (50-75 mm) erforderlich.
Ein Auflockern der oberen Schicht alleine schafft dagegen nur sehr
kurzfristig Abhilfe. Typische Wartungszyklen sind 1-2 Mal pro Jahr. Nach
ca. 5-10 Abschälvorgängen ist das gesamte Filtermaterial auszutauschen,
da sich auch die Poren in den unteren Schichten zusetzen. Die
Betriebskosten steigen mit der Beaufschlagung des Filters. Umso kleiner
die Filterfläche in Bezug auf die angeschlossene Fläche, desto häufiger
ist eine Reinigung bzw. ein Austausch des Filtermaterials erforderlich.
Eine größere Filterfläche ist somit betrieblich günstiger, erhöht
aber die Herstellungskosten [URBONAS, 1999]. Bei einem Austausch des
Filtermaterials alle 5 Jahre (100 EUR/m²) und einem Abschälen der
obersten 7 cm jedes Jahr (10 EUR/m²) ergeben sich jährliche
Betriebskosten von ca. 30 EUR/m² Filterfläche. Bezogen auf die
angeschlossene Fläche (Flächenbedarf 2,5%) sind dies ca. 0,75 EUR/m²red.
Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Sandfiltern wird von der LAWA
[1998] mit 8-12 Jahren angegeben. Dieser Wert bezieht sich jedoch
wahrscheinlich auf geschlossene Filter zur Trinkwasseraufbereitung. Die
Nutzungsdauer des Baukörpers von offenen Langsamfiltern liegt
schätzungsweise bei 40 Jahren.
Planung, Bemessung, Bau
Die Bemessung eines Sandfilters zur
Regenwasserbehandlung ist immer im Zusammenhang mit dem zwangsläufig
oberhalb anzuordnenden Rückhalteraum zu sehen. Daraus folgt der Zulauf
zum Filter und der Anteil, der im Bypass vorbeigeleitet wird. Ein Problem
stellt die abnehmende Durchlässigkeit des Filters dar. Bei einer
Bemessung mit einem konstanten kf-Wert müsste zwangsläufig ein sehr
geringer Wert gewählt werden, der zu unwirtschaftlichen Ergebnissen
führt. Messungen an Sandfiltern in den USA haben gezeigt, dass die
Durchflussrate mit den akkumulierten Sedimenten im Filter korreliert
URBONAS [1999]. Während ein neuer Sandfilter noch eine Durchflussrate von
300 mm/h aufweist, sinkt der Wert während einer Saison schnell auf 50-75
mm/h, um dann langsam auf 15 mm/h weiter abzusinken.
mit:
q: Durchflussrate in m/h
kf: hydraulische Leitfähigkeit des
Filtermaterials
FAFS: akkumulierte Fracht im Filter in
kg/m²
c: empirische Konstante
Die im Filter akkumulierte Fracht kann
mit den üblichen Ansätzen unter
Berücksichtigung des Bypasses und des Wirkungsgrades abgeschätzt werden.
Mit Schmutzfrachtmodellen kann das Verhalten des Filters nachgebildet
werden.
Quantitative Wirkung auf den
Wasserhaushalt Die Wirkung des Filters selbst auf den Wasserhaushalt ist
vernachlässigbar. Das Retentionsvolumen wird allerdings eine
Vergleichmäßigung des Abflusses bewirken.
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