Maßnahmen zur  Regenwasserbewirtschaftung

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Schachtversickerung


Abb.1: Prinzipskizze der Schachtversickerung

Prinzip

In einen Sickerschacht aus Beton wird das Regenwasser unterirdisch eingeleitet und versickert. Die Versickerung erfolgt am Boden und seitlich im umgebenden Kiesbereich des Schachtes. Bei dieser Art der Versickerung erfolgt keine Reinigung des Regenwassers durch eine Oberbodenpassage.

Abb.2: Sickerschacht mit Drainage

Einleitung und kurzzeitige Speicherung des Niederschlagswassers.
Versickerung des Wasser über den Boden in die angrenzende Kiespackung
Die Bemessung des notwendigen Speicherraumes erfolgt in Abhängigkeit von der Durchlässigkeit des Bodens.
Kein Platzbedarf an der Oberfläche durch unterirdische Speicheranordnung, aber sehr tiefer Einbau
nur für nichtmetallische Dachflächen

Anwendungsbereich/Einschränkungen

Der Flächenbedarf unterirdischer Versickerungsanlagen ist vergleichsweise gering. Gegen unterirdische Versickerungsanlagen spricht allerdings der geringe Schutz des Grundwassers vor Verschmutzung.

Wasserwirtschaftliche Auswirkungen

Die Verdunstung spielt bei der Schachtversickerung keine Rolle. Eine gedrosselte Ableitung ist in der Regel nicht vorhanden. Die Reinigung des Niederschlagswassers durch eine Oberbodenpassage entfällt. 

Tab.1: Wasserwirtschaftliche Auswirkungen der Schachtversickerung

Verdunstung keine
Grundwasseranreicherung gut-sehr gut (in Abhängigkeit vom anstehenden Boden)
Reinigung keine
Entlastung des Kanalnetzes sehr gut

Kosten

Ein Versickerungsschacht DN1000/DN1200 kann etwa mit den gleichen Kosten wie ein herkömmlicher Standardschacht gleicher Tiefe veranschlagt werden: ca. 1.250 EUR/Schacht [FREISTAAT THÜRINGEN, 1996]. Andere Quellen nennen 2.500 EUR/Schacht oder 12,50 EUR/m² befestigter Fläche [GEIGER & DREISEITL, 1995] bzw. 1.000-1.500 EUR/Schacht [HMU, 1998].

Bei unterirdischen Versickerungsanlagen sind Funktionskontrollen erforderlich. Die Nutzungsdauer von Sickerschächten kann mit ca. 25-40 Jahren abgeschätzt werden [LAWA, 1998].

Planung, Bemessung, Bau

Die Bemessung erfolgt nach ATV A 138.

Die Wasserdurchlässigkeit des Bodens ist zu überprüfen. Dazu eignen sich Versickerungsversuche vor Ort.

Weitere Hinweise zum Bau sind:

Einbringen des Schachtes auf einer Magerbetonschicht

Auslegen des äußeren Kiesringes mit Geotextil

Auffüllen des Kiesringes mit Kies 8/16 oder 16/32, am besten gewaschen

Überlappendes Einschlagen des Kieses mit Geotextil

Der Volumenbedarf pro 100 m² versiegelte Fläche ist abhängig vom kf-Wert

Unterhaltung Pflege

Zur Unterhaltung gehört die Kontrolle der Filter, Schächte, Zu- und Ableitungen 2 mal pro Jahr und die Beräumung von Schmutzstoffen. Wenn die Sickerleistung nachlässt ist die Kiesschicht an der Sickersohle auszutauschen.

Rechtliche Aspekte

Die Bemessung erfolgt nach ATV A 138.

 

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